Oy Paper #01 7495

Oy PAPER — Issue N°1

 

Das Oy PAPER wurde im April dieses Jahres zum ersten Mal geschrieben, gestaltet und in Form einer Zeitung gedruckt. Einer der Gründe zu diesem speziellen Anlass ist das 10-jährige Jubiläum von Oy surf, jedoch wollten wir auch endlich unserem Bedürfnis mehr nachgehen, unser Wissen über die nachhaltige Produktion von Surf Bikinis mit unserer Community zu teilen und inspirierend zu wirken. Im PAPER teilen wir Facts, erzählen Geschichten von den letzten 10 Jahren und geben zwei inspirierenden Frauen eine Stimme für ihre persönliche Geschichte.

 

Das noch nie zuvor realisierte Projekt war zeitaufwendig, intensiv und hat uns zum Schluss ganz schön ins Schwitzen gebracht. Wir hatten dennoch superviel Spaß dabei, unsere Ideen auf Papier zu bringen, konnten es kaum erwarten, es mit euch zu teilen und freuen uns unglaublich über das Endresultat. Um dieses so vielen von euch wie nur möglich näher bringen zu können, haben wir es in Englisch verfasst. In diesem Blogpost haben wir jedoch ein paar Ausschnitte auf Deutsch übersetzt. Viel Spaß bei den Leseproben und beim Herausfinden, wo das Oy PAPER zu kriegen ist.

 

Auswirkungen recycelter Materialien für Surf Bikinis auf die Umwelt

Der Zweck von funktionellen Surf Bikinis ist es, sich im Wasser gut bewegen zu können. Zu den wichtigsten Anforderungen gehören Elastizität, eine gute Passform, UV-Schutz, Langlebigkeit und eine schnelle Trocknungszeit. Aus diesem Grund werden für die Herstellung von funktioneller Badebekleidung nur Stoffe aus synthetischen Fasern verwendet. Die am häufigsten verwendeten sind Polyester (PES), Polyamid (PA), wie zum Beispiel Nylon, und Elastan (EL). Sie halten bei richtiger Pflege sehr lange und ihre Herstellung verbraucht nur geringe Mengen an Wasser.

Allerdings werden für die weltweite Produktion von Kunstfasern etwa 0,8 % des jährlich gewonnenen Rohöls benötigt. Die Faserproduktion ist energieintensiv und verwendet giftige Chemikalien. Außerdem verlieren Textilien aus Kunstfasern beim Waschen Mikroplastik. Jedes Jahr gelangen 1,5 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Weltmeere. Durch die Benutzung eines Waschbeutels für synthetische Textilien zum Filtern von Mikroplastik wird der Faserverlust um 86 % reduziert.

 

Oy Surf Bikini Signatures Kelt Leaf 2@felixmsln
Das Garn, aus dem die Surf Bikinis bestehen, wird aus Abfällen wie alten Fischernetzen, Stoffresten oder Plastikflaschen hergestellt.

 

Die Entscheidung von Oy, gänzlich auf Materialien auf Erdölbasis zu verzichten, erweist sich als richtige Entscheidung. Erstens werden in der Modeindustrie jährlich fast 79 Milliarden Kubikmeter Kleider produziert. Und zweitens zeigt die Ökobilanz, dass die Wahl des Materials entscheidend ist: Recyceltes Polyamid oder Polyester schneidet viel besser ab als neues Material, und die Erderwärmung und die Luftverschmutzung werden erheblich reduziert. Fasern aus recyceltem Material haben ein um 90 % geringeres Treibhauspotenzial als neues Material. Aufgrund der hohen Umweltbelastung durch Elastan versucht Oy, diesen Anteil so gering wie möglich zu halten. Deshalb sind wir weiterhin intensiv auf der Suche nach Alternativen aus recyceltem Material.

 

Oy Surf Bikini Signatures Buri Hellviolett 1@salty See
Ein qualitativ hochwertiger Surf Bikini, der nicht verrutscht, ist ein treuer Begleiter und der Traum einer jeden Surferin.

 

Ein etwas anderer Einblick in die aktuelle Situation Sri Lankas aus der Perspektive der einheimischen Surferin Sunara

Sri Lanka wurde in den letzten Jahren zu einer sehr beliebten Surf Destination. Warmes Wasser, traumhafte Strände und tolle Wellen. Es ist definitiv auch eines der Lieblingsziele von Oy, und wir haben schon einige inspirierende Menschen getroffen und mit ihnen gearbeitet. Eine von ihnen ist Sunara, ein einheimisches Surfer Girl. Sie ist nicht nur eine der ersten Frauen, die an lokalen und nationalen Surf Wettbewerben teilgenommen und sich bis zur nationalen Meisterin hochgearbeitet hat, sondern sie ist auch eine Stimme für ihr Volk und spricht über die vielen schönen Dinge, die die derzeitige schwierige politische und soziale Situation im Land mit sich gebracht hat. In den Medien wird die Situation in Sri Lanka hauptsächlich so dargestellt: Stromausfälle, lange Schlangen an den Tankstellen und keine Medikamente in den Krankenhäusern. Deshalb haben wir Sunara gefragt, wie die Situation in ihrer Region ist und welche Folgen das für sie und ihre Community hat.

 

Sunara: „Leider sind diese Dinge alle wahr, und die Situation ist ehrlich gesagt ziemlich herzzerreißend. Die Wirtschaftskrise begann im Januar und kam für uns alle ziemlich unerwartet. Viele Menschen in meiner Nachbarschaft und auf der ganzen Insel leben von Tagelöhnen, um Lebensmittel für ihre Familien zu kaufen. Es ist alles sehr beängstigend, vor allem, weil unsere Währung drastisch gefallen ist und es hier keine Sozialversicherung gibt. Die meisten Menschen haben inzwischen verstanden, dass dies nicht die Folge der Corona-Krise ist, sondern die Schuld der korrupten Regierung, die das System missbraucht hat, um an Macht und Geld zu kommen.

Durch diese unruhigen Zeiten ist aber auch etwas sehr Schönes entstanden: Menschen aus allen Gesellschaftsschichten sind zusammengekommen, Menschen mit verschiedenen Religionen und unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit sind auf die Straße gegangen und haben ihre Meinung auf friedliche Weise kundgetan. Ich habe noch nie solche Proteste gesehen, und ich glaube nicht, dass es so etwas in der Geschichte Sri Lankas je gegeben hat. Die Menschen in Sri Lanka haben sich lange nicht zu Wort gemeldet und jetzt tun wir dies endlich.

Es gibt Orte, an denen Tag und Nacht ununterbrochen protestiert wird. Die Demonstranten haben sogar Zelte aufgestellt, damit sie sich ausruhen können. Dort gibt es außerdem kostenloses Essen und medizinische Versorgung, Musiker und Künstler sind anwesend, und es wurde eine öffentliche Bibliothek eingerichtet, damit sich die Menschen über die aktuellen Geschehnisse informieren können. Es ist großartig, diese Einigkeit zu sehen. Ich kann es also nur noch einmal sagen: Wir haben aus dieser Situation etwas unglaublich Schönes gemacht. Und ich wünschte, alle Nachrichten und Medien würden sich auf diese Einigkeit und die friedlichen, aber kraftvollen Proteste konzentrieren.“

 

Oy Paper #01 7498
Sri Lanka ist in den letzten Jahren immer mehr zur beliebten Surf Destination geworden, auch für Oy.

 

Und wo genau bekommt man das Oy PAPER?

Die vollständigen Interviews sowie Artikel sind alle im Oy PAPER zu finden. Mehr spannende Themen sind zudem die Geschichte der Entstehung und der ersten 10 Jahre von Oy, wie die Firma zu ihrem Namen kam, weitere Berichte über Community Collaborations und Previews von neuen Kollektionen. Alle, die momentan etwas in unserem Onlineshop bestellen, dürfen sich über ein Exemplar des Oy PAPER freuen. Wir haben eine limitierte Anzahl an Zeitungen gedruckt und verschicken diese als kleines Dankeschön, solange der Vorrat reicht. Zudem findet ihr das Oy PAPER bei unseren Retailern und an unseren beiden Events im Juni: Shop, Surf & Yoga am 11.06. in Zürich und A Day at the Lake am 26.06. in Meilen.

 

Der Plan ist es, das Oy PAPER von nun an jedes Jahr zu drucken, um unsere Erfahrungen zu teilen, um Geschichten zu erzählen und als Geste der Dankbarkeit.

 

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